Umsteigen auf e-Zigarette – Anfängerfehler

Filed in Dampfer & e-Zigaretten Blog by on 16. November 2015 2 Comments

e-Zigaretten sind schick und trendy, jedoch gibt es einiges zu beachten und zahlreiche Anwendungs- bzw. Anfängerfehler, auf die ich hinweisen möchte. Hier schildere ich eigene Erfahrungen, die ich mit der e-Zigarette gesammelt habe.

Infos für Einsteiger und Anfänger

Anfängerfehler beim Umstieg auf e-Zigaretten

Mit einem Umstieg von herkömmlichen Zigaretten auf eine e-Zigarette, e-Pfeife oder eine e-Sisha ist schon ein wichtiger Schritt in Richtung „weg vom Rauchen“ getan. Wer diesen bereits hinter sich hat, darf sich fortan „Dampfer“ nennen und ist somit offiziell kein Raucher mehr. Er oder Sie hat es geschafft, von einem Suchtmittel – welches über 4800 Chemikalien und 250 Gifte aufweist, die zum Teil durch den Verbrennungsvorgang erst entstehen und sich zu einem gefährlichen Gift-Cocktail entwickeln – loszukommen und eine wesentlich harmlosere Alternative zu wählen.

Was atme ich bei der e-Zigarette ein?

Als Alternative bietet die e-Zigarette einen Verdampfungsprozess, bei dem ein Gemisch aus Propylenglykol (PG), vegetablem Glycerin (VG), 10 % Wasser, diversen Geschmacksaromen sowie (bei Bedarf) Nikotin verdampft wird, ohne dass Ruß, Teer oder sonstige Verbrennungsgifte entstehen können. Abgesehen vom optional enthaltenen Nikotin werden die anderen genannten Stoffe u. a. von der Lebensmittelindustrie verwendet, um beispielsweise beim Kochen und Garen ähnlichen Temperaturen ausgesetzt zu werden, wie sie in der e-Zigarette bei der Verdampfung herrschen. Dass hierbei nicht mehr Schadstoffe entstehen, als beim Kochen, leuchtet ein. Inhalieren ist zwar nicht dasselbe wie essen, jedoch enstetehen auch beim Kochen Dämpfe, die man eintatmet. :-)

Wahl der richtigen e-Zigarette

Viele Anfänger machen den Fehler, gleich in Vollen zu greifen indem sie sich bereits zum Einstieg ein professionelles Premium-E-Zigaretten-Equipment für viel Geld zulegen. Meines Erachtens ist das ein völliger Unsinn, denn um festszustellen, ob einem das Dampfen gefällt, schmeckt und gut tut reicht eine halbwegs vernünftige e-Zigarette aus.

Einsteigerfreundliche e-Zigarette finden

Um ungebunden in der Wahl des e-Liquids zu sein, sollte es jedoch keine Einweg-e-Zigarette sondern schon eine nachfüllbare Variante sein. Nur damit hat man die Möglichkeit, seinen individuellen Liquid-Geschmacks-Favoriten herauszufinden, wobei man die Aromen bei vielen Liquid-Anbietern sogar mischen und eigene Kreationen designen kann. Ich empfehle deshalb ein gediegenes Einsteigerset zwischen 30 und 50 Euro z. B das SC 2 Starterkit oder das Kangertech EVOD 2. Bei beiden stimmt das Preis-Leistungsverhältnis und man bekommt jeweils ein kompaktes e-Zigaretten-Set, das sogar von langjährigen Dampfern gerne verwendet wird, da es bestens funktioniert sowie kompakt und somit besser für unterwegs ist, als großes und klobiges Profi-Dampfgerät. Viele Dampfer bleiben aber auch ganz bei dieser Art von e-Zigaretten, da sie zu recht günstigen Preisen genau das tun, wofür sie da sind – nämlich einwandfrei dampfen.

Wer gleich am Anfang ordentlich Dampf produzieren möchte, der hat die Möglichkeit mit niederohmigen „Subohm“ e-Zigaretten-Varianten. Ein geringerer Widerstand der Heizspirale sorgt für mehr Durchlass, sprich; dichtere Wolken und einen stärkeren Kick beim Inhalieren. Für Einsteiger eignet sich hier beipielsweise die kostengünstige aber bereits komplette Lynden Now für ca. 40 Euro oder der noch hochwertigere Joyetech Delta II Verdampfer für ca. 27 Euro, für den man jedoch noch einen separaten Akku für ca. 25 Euro benötigt. Die beiden Links führen übrigens jeweils zu einem Testbericht, den ich für die Lynden e-Zigarette bzw. für den Joyetech Verdampfer veröffentlicht habe.

Bei Bedarf auf Profi-e-Zigarette umsteigen

Hat man sich dann einmal ans e-Dampfen mit einem oder mehreren Einsteiger-Modell(en) gewöhnt, und immer noch Lust auf mehr, sind nach oben hin keine Preisgrenzen gesetzt und man kann sich nach Herzenlust und verfügbarem Budget in höhere Ligen dampfen. Hier tauchen dann Begriffe wie „Selbstwickler“, „Akkuträger“ oder „Anzahl der Heizspiralenwicklungen“ etc. auf.  Die Einzelkomponenten werden umfangreicher, größer, teurer, leistungsstärker und ausgeklügelter. Die Einstellungsmöglichkeiten variabler, die Anwendung, Reinigung und Pflege anspruchsvoller und der Genuss noch intensiver. Solche Profi-e-Zigaretten sind etwas für erfahrene Dampfer und Liebhaber, welche das Dampfen, und alles was damit verbunden ist, zu ihrem Hobby gemacht haben. Als Anfänger ist man mit derart aufwändiger Hardware mit ziemlicher Sicherheit hoffnungslos überfordert.

Weitere Infos dazu gibt es im Beitrag „Welche e-Zigarette kaufen“.

e-Zigarette mit oder ohne Nikotin?

Viele starke Raucher, die auf e-Zigaretten umsteigen, machen den Anfängerfehler Liquidsorten ohne oder mit nur geringem Nikotingehalt zu verwenden. Meines Erachtens ist es besser, zunächst etwas mehr Nikotin (z. B. 18 mg) zu wählen und den Anteil dann stufenweise auf 9 … 6 mg zu verringern. So fallen die Entzugserscheinungen geringer aus, und es fällt einem viel leichter – die alte Denke und Gier nach Zigaretten abzuwerfen. Im Zweifelsfall ruhig mal in ein Fachgeschäft gehen, wo man Liquids mit verschiedenen Nikotingehältern ausprobieren kann. So findet man schnell heraus, welche Variante einem am besten engegenkommt, wo die die Unterschiede liegen und womit der Kick bzw. Flash ideal passt.

Welches e-Liquid passt zu mir?

Raucher, die auf e-Zigaretten umsteigen, machen oft den Fehler dass sie sich nur Liquid mit Tabakaroma bestellen. In der Hoffnung und Verbohrtheit mit „American Blend“ und Konsorten geschmacklich so nahe wie möglich an herkömmliche Zigaretten heranzukommen, ignorieren sie alles was sich eigenartig, fremd oder exotisch anhört. Früchte, Kaffee oder Schokolade rauchen? Wo gib’s denn sowas?! Da ihnen das Tabakaroma der e-Zigarette dann nicht schmeckt, geben sie den Versuch voreilig auf und rauchen wieder normale Zigaretten.

Zum Verständnis: Dampfen hat nichts mit Rauchen zu tun, und den Geschmack einer Zigarette wird man auch mit Tabak-Liquid nie im Leben simulieren können. Mit etwas Aufgeschlossenheit und Neugier auf etwas neues, ist man in der Lage, auch einmal etwas anderes zu probieren. Die meisten ex-Raucher, die sich darauf einlassen, werden auch fündig und entdecken, dass ihnen dann genau die Liquid-Aromen am besten schmecken, an die sie nicht im Entferntesten gedacht hätten. Ich persönlich finde Tabakaromen – gepaart mit Kaffee, Cappuccino, Nuss, Kakao oder Schoko – sehr lecker und viel besser als reine Tabak-Liquids.

  • Tipp 1: Nicht gleich aufgeben, wenn ein Liquid nicht schmeckt. Man zahlt zwar mitunter etwas Lehrgeld, aber wenn man sein Lieblings-Liquid einmal gefunden hat, war es das wert.
  • Tipp 2: In meinem Artikel „e-Liquid kaufen – Das beste Aroma finden“ schildere ich, wie ich mein Lieblings-Liquid gefunden habe und gebe weitere Tipps zu diesem Thema.
  • Tipp 3: Ruhig mal nach Anbietern suchen, die kostenfreie Probe-Liquids anbieten und dann in Ruhe und ohne Reue testen. Im Fachhandel kann man ebenfalls fragen, ob man Liquids vorab testen kann.

Wie ziehe ich richtig an der e-Zigarette?

Ein typischer Anfängerfehler ist falsches oder zu starkes Ziehen an der e-Zigarette, denn die meisten Einsteiger waren zuvor Zigarettenraucher, die noch nicht wissen, dass man das Ziehen an der e-Zigarette nicht mit einer herkömmlichen Zigarette vergleichen kann. Während man bei einer konventionellen Zigarette eher kurz, knackig und kompakt zieht, muss man bei der e-Zig eher länger, behutsamer und kontinuierlicher „saugen“. Bei Bedarf kann man auch etwas Luft durch die Lippen mitziehen und so den Dampfgehalt indivduell abschwächen. Mit etwas Übung kommt man recht schnell dahinter und kann den Dampf so dosieren, wie man ihn gerne hätte.

Eine e-Zigarette sifft zumeist durch zu starkes Inhalieren

Zu starkes Ziehen resultiert übrigens in einem liquidverschmierten Mundstück, weshalb dies unter allen Umständen vermieden werden sollte. Übrigens bringt festeres Ziehen überhaupt nichts, da die Dampfzufuhr bei geregelten Dampfgeräten (im Gegensatz zum Tabakzigarettenrauch) immer konstant ist. Zieht man zu fest, kann der Verdampfer die überhöhte Menge an Liquid nicht mehr verarbeiten, die dann bis ins Mundstück transportiert wird. Tipp: Eine e-Zigarette mit verstellbarer Luftzufuhr (Air-Flow-Control) kann helfen, die ideale Zugstärke herauszufinden und entsprechend einzustellen.

Wann Einschalten, wann ziehen?

Viele Einsteiger ziehen bereits an der e-Zig, bevor sie überhaupt eingeschaltet haben. Durch die Zugluft kühlt jedoch der Verdampfer unnötig ab. Damit der Verdampfer schnell auf die ideale Temperatur kommen kann, sollte man ihm zwischen dem Drücken des Einschaltknopfes und dem Ziehen eine halbe Sekunde lang Zeit geben. Zudem sollte man nach dem Ausschalten des Knopfes noch ca. 1 Sekunde weiterziehen, womit Dampfreste aus dem Kanal verschwinden und man unliebsamen Ansammlungen von Kondenswasser im Mundstück entgegenwirken kann.

Wichtig: Liquid in neue Verdampfer einwirken lassen

Bevor man nach dem Befüllen seiner e-Zigarette daran zieht, muss man einem neuen oder frisch gereinigten Verdampferkopf bzw. Coil ein paar Minuten Zeit geben, damit er sich mit Liquid vollsaugen kann. Wer dies nicht berücksichtigt, muss mit damit rechnen, dass der Verdampfer sofort durchbrennt und irreparabel zerstört wird. Bei gut zugänglichen Verdampfern oder vor dem Einbau des Verdampferkopfs kann man diesen mit etwas Liquid beträufeln, um die Wartezeit etwas zu verkürzen.

Zu viel Liquid einfüllen

EVOD 2 Füllmenge BeispielNicht rein transparente Kunsttstoff- oder Glastanks von e-Zigaretten verfügen zumeist über ein seitliches Sichtfenster, welches oftmals recht schmal ist und den Füllstand anzeigen soll. Der sichtbare Bereich des Sichtfensters entspricht jedoch in den meisten Fällen nicht der tatsächlichen Füllmenge. Je nach Länge des Verdampfers verbleibt im Tank ein gewisser Bereich, der leer bleiben muss, weil ansonsten der Füllstand des Liquids höher ist als die Hülse, die als Dampfkanal fungiert und den Dampf zum Mundstück führt. Wird zu viel Liquid eingefüllt, so tritt dies sofort über diese Hülse aus dem Mundstück wieder heraus und gerät auf die Haut, den Boden, Tisch oder auf sonstiges Mobiliar.

Umgang mit nikotinhaltigem Liquid

Nikotin ist ein starkes Nervengift, das auf keinen Fall auf die Haut kommen darf. Deshalb muss man sehr vorsichtig beim Einfüllen und im allgemeinen Umgang mit den Fläschchen sein. Ist trotz aller Vorsicht die Haut damit in Berührung gekommen, sollte man die betroffenen Stellen sofort gründlich abwaschen. Augenkontakt sowie das Verschlucken oder in Verbindung bringen mit Getränken oder Nahrungsmitteln ist ebenfalls zu vermeiden. Mit nikotinhaltigem e-Liquid kontaminierte Getränke oder Nahrungsmittel sind hochgiftig und müssen sofort entsorgt werden.

Gesundheitliche Aspekte:

Allergie bei e-Zigaretten möglich?

Nicht alle Menschen werden mit der e-Zigarette glücklich. Als eine der wenigen Nebenwirkungen werden immer wieder allergische Reaktionen genannt. Hier liegt zumeist eine Allergie auf Propylenglykol (PG) vor, der man unter Umständen durch Wahl eines Liquids mit einem höheren VG-Anteil (bis zu 100 % möglich) entgegenwirken kann. Selbstmischer sollten darauf achten, dass bei VG-lastigen Liquids etwas mehr Aroma beigemischt werden muss, da das fehlende PG als besserer Geschmacks- bzw. Aromaträger gilt. Des Weiteren können Allergien gegen bestimmte Aromastoffe in den Liquids auftreten. Wei beipielsweise gegen Nüsse allergisch ist, sollte keine Liquids mit Nussaroma konsumieren. Im Prinzip sollte man als Allergiker den Liquids die selbe Aufmersamkeit schenken, wie man das auch bei Lebensmitteln tut.

Die e-Zigarette kratzt im Hals, was tun?

Viele Umsteiger berichten (vor allem in der Angangszeit) über Kratzen im Hals und/oder Rachenraum, welches zumeist Morgens auftritt, wenn man die ersten Züge nimmt. Hier ein paar Tipps, die Abhilfe schaffen können:

  • Tipp 1: Liqiuids mit weniger PG-Anteil probieren. Indem man den VG-Anteil erhöht (80 % aufwärts) reduziert man das PG, das bei manchen Dampfern zu Problemen führt.
  • Tipp 2: Wer Liquids selber mischt, sollte die Aromen länger reifen lassen, dadurch werden sie sanfter und sind angenehmer beim Inhalieren.
  • Tipp 3: Morgens die e-Zigarette erst 2 bis 3 mal kurz „leer“ betätigen, ohne daran zu ziehen. Erst dann anfangen vorsichtig zu ziehen.
  • Tipp 4: Reichlich trinken. Dampfen entzieht dem Körper Flüssigkeit, welches mitunter zu einem trockenen und „kratzigen“ Hals oder Rachen führt.

Abhusten und erhöhte Schleimbildung

Dies ist eine völlig normale Reaktion des Körpers, die nichts mit dem Dampfen ansich zu tun hat. Diese Reaktion betrifft jeden Zigarettenkonsumenten, der mit dem Rauchen aufhört. Der Körper bzw. die Lunge entsorgt so Rückstände und Altlasten, die sich über die vielen Jahre als Raucher angesammelt haben. Dies ist ein völlig normaler Vorgang und eigentlich eher ein positiver Effekt, der zwar mit dem Umstieg aufs Dampfen einhergeht, jedoch nicht dadurch ausgelöst wird.

Unter folgendem Link wird die Thematik „Husten beim Umstieg aufs Dampfen“ noch ausführlicher erklärt:

Comments (2)

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  1. Andreas sagt:

    Freut mich sehr – Danke für das nette Feedback :-)

  2. Yvi sagt:

    Super, danke für den Tipp mit der Zugtechnik, habe ich bisher trotz viel lesen und Beratung so noch nicht gekannt. Dies hat soeben mein Kokelproblem gelöst
    LG!

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